Schufa einfach erklärt: Was gespeichert wird, wie der Score funktioniert und welche Rechte du hast
Von Ali Alawihee · Aktualisiert am 5. November 2026
Ob Mietwohnung, Handyvertrag oder Kredit: Bei vielen Verträgen in Deutschland spielt die Schufa eine Rolle. Hier erfährst du, was sie speichert, wie der neue Score funktioniert und wie du deine Daten kostenlos prüfst und korrigieren lässt.
Was ist die Schufa?
Die Schufa Holding AG in Wiesbaden ist eine private Auskunftei, keine Behörde. Sie sammelt Daten darüber, wie zuverlässig Menschen Rechnungen und Kredite bezahlen, und gibt sie an Unternehmen weiter, mit denen du einen Vertrag schließen willst. Die Daten kommen etwa von Banken, Mobilfunkanbietern und Onlinehändlern sowie aus öffentlichen Verzeichnissen. Gespeichert werden zum Beispiel:
- Name, Geburtsdatum und Anschriften
- Girokonten, Kreditkarten, Kredite und Handyverträge
- Anfragen von Unternehmen
- Zahlungsstörungen sowie Einträge aus Schuldnerverzeichnis und Insolvenzbekanntmachungen
Der neue Schufa-Score seit März 2026
Der Score soll zeigen, wie wahrscheinlich es ist, dass du pünktlich zahlst. Seit dem 17. März 2026 gibt es einen neuen Score von 100 bis 999 Punkten mit fünf Klassen von „hervorragend“ bis „ungenügend“. Er beruht auf 12 veröffentlichten Kriterien und soll Basisscore und Branchenscores ersetzen. Zum Start nutzten ihn aber noch nicht alle Unternehmen.
Deinen Score siehst du kostenlos in einem Schufa-Account unter app.schufa.de. Dafür musst du dich ausweisen, etwa mit der Online-Ausweisfunktion oder per PIN-Brief.
Was den Score beeinflusst – und was nicht
Staatsangehörigkeit, Religion, Einkommen und Vermögen speichert die Schufa nicht. Sie beeinflussen den Score also nicht. Auch Anfragen nach Kreditkonditionen zählen nicht. Deine Wohngegend nutzt die Schufa nach eigenen Angaben nur in seltenen Ausnahmefällen.
Am stärksten wiegen Zahlungsstörungen. Weitere Kriterien sind zum Beispiel:
- das Alter deines ältesten Bankvertrags und deiner ältesten Kreditkarte
- wie lange du unter deiner aktuellen Adresse wohnst
- Anfragen und neue Verträge in den letzten 12 Monaten, etwa für Girokonten, Kreditkarten oder Handyverträge
- neue Ratenkredite und ihre Restlaufzeit
- eine bestätigte Identitätsprüfung
Schufa bei Wohnung, Handyvertrag und Kredit
Laut Europäischem Gerichtshof (Urteil vom 7. Dezember 2023, Az. C-634/21) ist schon die Berechnung des Scores eine automatisierte Entscheidung nach Art. 22 DSGVO, wenn ein Unternehmen seine Vertragsentscheidung maßgeblich darauf stützt. Das ist grundsätzlich verboten, außer eine gesetzliche Ausnahme greift. Wirst du abgelehnt, frag nach, ob der Score ausschlaggebend war. Im Alltag heißt das:
- Wohnung: Einen Bonitätsnachweis dürfen Vermieter erst verlangen, wenn sie dich als Mieter ausgewählt haben. Die komplette Datenkopie und deine Staatsangehörigkeit dürfen sie laut den Datenschutzbehörden nicht verlangen.
- Handyvertrag: Vor einem Laufzeitvertrag fragen Anbieter häufig bei der Schufa an. Mehrere Anfragen innerhalb von 12 Monaten können den Score senken.
- Kredit: Die Bank muss deine Kreditwürdigkeit prüfen und schaut auch auf Einkommen und Ausgaben. Beim Vergleichen kannst du um eine Anfrage nach Kreditkonditionen bitten.
- Baufinanzierung: Die Bank prüft in der Regel ausführlich Einkommen, Eigenkapital und laufende Verpflichtungen. Die Schufa ist ein Baustein von mehreren.
Kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO
Du hast das Recht zu erfahren, welche Daten die Schufa über dich speichert, woher sie stammen und wer sie bekommen hat. Die Datenkopie ist kostenlos und zeigt auch deinen Score. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mindestens einmal im Jahr nachzusehen. So bekommst du sie:
- online auf schufa.de unter „Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO“ oder per Post mit dem Bestellformular
- auf der Ausweiskopie laut Verbraucherzentrale alles außer Name, Anschrift und Geburtsdatum schwärzen
- ausdrücklich die kostenlose Datenkopie wählen, nicht die kostenpflichtige Bonitätsauskunft
Wie lange speichert die Schufa Einträge?
Die Löschfristen stehen in Verhaltensregeln der Auskunfteien, die der Hessische Datenschutzbeauftragte genehmigt hat. Wichtig sind vor allem (Stand: November 2026):
- Erledigte Zahlungsstörungen: grundsätzlich drei Jahre nach der Bezahlung.
- Nur 18 Monate, wenn du innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung bezahlt hast und keine weiteren Negativeinträge vorliegen, auch nicht aus Schuldnerverzeichnis oder Insolvenzbekanntmachungen.
- Kredite: drei Jahre nach der Rückzahlung.
- Anfragen von Unternehmen: 12 Monate.
- Restschuldbefreiung nach einer Privatinsolvenz: seit Ende März 2023 sechs Monate, so lange wie im öffentlichen Register. Das hat der EuGH im Dezember 2023 bestätigt.
Falsche Einträge korrigieren lassen
Falsche Daten muss die Schufa kostenlos berichtigen oder löschen (Art. 16 und 17 DSGVO), strittige Daten sperrt sie bis zur Klärung. Einen kostenpflichtigen Dienstleister brauchst du nicht. Wende dich an das Unternehmen, das den Eintrag gemeldet hat, und an die Schufa. Nenne die falschen Daten konkret und lege Belege bei, etwa einen Zahlungsnachweis.
Hilft das nicht, kannst du dich nach Kontakt mit dem Privatkundenservice kostenlos an die Ombudsfrau der Schufa wenden. Beschweren kannst du dich auch beim Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, der für die Schufa zuständig ist, oder bei der Datenschutzaufsicht deines Bundeslandes. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung.