Kfz-Versicherung wechseln zum 30. November: Frist, Kündigung und Sonderkündigungsrecht
Von Ali Alawihee · Aktualisiert am 5. November 2026
Wer seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, sollte den 30. November im Blick haben. Bei den meisten Verträgen muss die Kündigung bis dahin beim Versicherer sein. Hier erfährst du, welche Fristen gelten, wie du richtig kündigst und worauf du beim Wechsel achtest.
Stichtag 30. November: Was genau gilt
In der Kfz-Versicherung kannst du in der Regel mit einer Frist von einem Monat zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Entspricht dein Versicherungsjahr dem Kalenderjahr, endet der Vertrag am 31. Dezember – deine Kündigung muss dann spätestens am 30. November beim Versicherer eingegangen sein. Entscheidend ist der Eingang, nicht das Absendedatum.
Manche Versicherer nutzen andere Stichtage, zum Beispiel 1. April bis 31. März. Schau deshalb in deinen Versicherungsschein oder deine letzte Beitragsrechnung. 2026 fällt der 30. November auf einen Montag. Verpasst du die Frist, verlängert sich der Vertrag in der Regel um ein Jahr.
So kündigst du richtig
Für die Kündigung reicht die Textform, also Brief, Fax oder E-Mail. Versicherungsbedingungen dürfen keine strengere Form verlangen (§ 309 Nr. 13 BGB). Bitte um eine Eingangsbestätigung, damit du den Zugang nachweisen kannst. Wird die Zeit knapp, kann ein Einwurf-Einschreiben sinnvoll sein.
Manche Versicherer bieten im Kundenportal eine Online-Kündigung an. Den gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsbutton (§ 312k BGB) gibt es für Versicherungsverträge laut Verbraucherzentrale aber nicht, weil Versicherungen als Finanzdienstleistungen ausgenommen sind. In deine Kündigung gehören diese Angaben:
- Name und Anschrift
- Versicherungsnummer und Kennzeichen
- Kündigungstermin, z. B. zum 31. Dezember 2026
- Zusatz „hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“
Sonderkündigungsrecht: Wechseln auch nach dem Stichtag
In bestimmten Fällen kannst du auch außerhalb der normalen Frist kündigen. Die Regeln stehen im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und in deinen Versicherungsbedingungen (AKB).
- Beitragserhöhung: Steigt der Beitrag ohne Änderung des Schutzes, kannst du innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung kündigen (§ 40 VVG).
- Schadenfall: Beide Seiten können innerhalb eines Monats kündigen, nachdem der Schaden geklärt ist (§§ 92, 111 VVG).
- Fahrzeugverkauf: Der Vertrag geht auf den Käufer über, der ihn innerhalb eines Monats kündigen kann (§ 96 VVG). Den Verkauf meldest du unverzüglich deinem Versicherer (§ 97 VVG).
- Neues Fahrzeug: Für ein anderes Auto schließt du einen eigenen Vertrag ab, auch bei einem anderen Versicherer.
- Meist kein Sonderkündigungsrecht: wenn der Beitrag nur steigt, weil du nach einem eigenen Schaden zurückgestuft wirst, mehr fährst oder umziehst.
Schadenfreiheitsklasse: Was beim Wechsel mitgeht
Deine schadenfreien Jahre gehen beim Wechsel nicht verloren. Der neue Versicherer übernimmt deinen bisherigen Schadenverlauf und stuft dich auf dieser Grundlage in seine Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) ein.
Achte auf Sonderregeln: Eine Sondereinstufung, zum Beispiel für einen Zweitwagen, muss der neue Versicherer nicht übernehmen. Auch ein vereinbarter Rabattschutz gilt nur im bisherigen Vertrag. Vergleiche Angebote deshalb immer auf Basis derselben SF-Klasse.
Nahtlos zum 1. Januar: keine Versicherungslücke
Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht (§ 1 Pflichtversicherungsgesetz, PflVG). Ohne sie darf ein Fahrzeug weder zugelassen noch auf öffentlichen Straßen gefahren werden (§ 6 PflVG). Endet dein alter Vertrag am 31. Dezember, sollte der neue deshalb genau am 1. Januar beginnen.
Kfz-Haftpflichtversicherer müssen Anträge grundsätzlich annehmen. Für Teil- und Vollkasko gilt das nicht. Stiftung Warentest rät deshalb, zuerst den neuen Vertrag zu sichern und erst dann den alten fristgerecht zu kündigen.
Diese Unterlagen hältst du bereit
Mit diesen Angaben bekommst du schneller ein neues Angebot:
- Versicherungsschein oder letzte Beitragsrechnung mit Versicherungsnummer
- Aktuelle SF-Klasse für Haftpflicht und Vollkasko
- Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I)
- Aktueller Kilometerstand und geschätzte Fahrleistung pro Jahr
- Angaben zu allen Fahrerinnen und Fahrern, etwa zum Alter
Diese Punkte kannst du vergleichen
Vergleichbar sind Angebote nur, wenn sie dieselben Leistungen abbilden. Welche Absicherung zu dir passt, hängt von deinem Auto und deiner Situation ab – dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Diese Punkte beeinflussen Schutz und Beitrag:
- Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko: Teilkasko deckt etwa Diebstahl, Sturm, Hagel und Glasbruch, Vollkasko zusätzlich selbst verschuldete Unfälle und Vandalismus.
- Selbstbeteiligung: Ein höherer Eigenanteil im Schadenfall senkt in der Regel den Beitrag.
- Werkstattbindung: Kaskoschäden werden in einer Partnerwerkstatt des Versicherers repariert, statt in einer Werkstatt deiner Wahl.
- Fahrerkreis: Wer fahren darf und wie alt die Fahrer sind, wirkt sich auf den Beitrag aus.
- Jährliche Fahrleistung: Gib einen realistischen Wert an. Fährst du mehr als vereinbart, kann sich der Beitrag ändern.
- Wohnort und Modell: Regional- und Typklasse fließen in den Beitrag ein. Für eine Kfz-Versicherung in Osnabrück zählt also die Regionalklasse deines Zulassungsbezirks.